Home - Blog - Sehenswürdigkeiten - Europa - Spanien

Die Sagrada Familia – berühmteste Baustelle Europas

Abgelegt unter: Spanien - Veröffentlicht um 04:54 am 8. Dezember 2011

Eine Baustelle im Herzen Barcelonas: 1882 beginnt der berühmte katalanische Architekt Antoni Gaudí mit dem Bau der Sagrada Familia, einer Kirche Mitten in Barcelona. Circa 1926 stirbt Gaudí. Nach etwas mehr als 40 Jahren stehen Grundzüge der Kirche. 2011 sind große Teile fertiggestellt, aber es wird immer noch gebaut. 2026, zum 100. Todestag des katalonischen Architekten soll der Bau vollendet werden. Aber wie macht man das, dass man über 100 Jahre an einem gleichen Bauwerk arbeitet?

Begonnen hat alles 1866 als ein Einheimischer namens Bocabella einen Verein gründete, mit dem Ziel eine Kirche im Stil der italienischen die er auf einer Italienreise gesehen hatte, nachzubauen. Nachdem dann 1882 nach ausreichenden Spenden angefangen wurde war ursprünglich ein ganz anderer Architekt mit einer ganz anders geplanten Kirche dafür zuständig. Nachdem dieser sich ein Jahr nach Baubeginn mit den Bauherren des Kirchenprojektes zerwarf und das Projekt verließ, wurde Gaudís Lehrmeister gefragt, ob er übernehmen wollte. Da er aber nicht ganz unschuldig an dem Konflikt war, lehnte er ab und schlug seinen Schüler, Gaudí vor. Es ist falsch anzunehmen, dass Gaudí von Anfang an die Vision der Kirche in ihrer heutigen Form vor Augen hatte. Tatsächlich war es ein langer Entwicklungsprozess, der über die von der Vollendigung der begonnenen Krypta über zahlreiche Überarbeitungen in teils verschiedenen Stilen bis zu einem Plan der heutigen Kirche führte. Dass dieser Plan überhaupt entstand war wiederum einem Zufall geschuldet: Kurz vor der Umsetzung einer kleineren Ausführung eines Modells bekamen die Bauherren eine so große anonyme Spende, dass Gaudí sich veranlasst sah, die Kirche wesentlich größer zu planen. Bis zu seinem Unfalltod im Jahr 1926 bestimmte der Spanier die Ausführung der Bauarbeiten und vor Allem Details an den Fassaden wesentlich mit. Bis 1936 wurde nach den Plänen des Architekten weitergebaut, doch nach Ausbruch des Bürgerkrieges in Spanien verschwanden diese. Aufgrund von Gipsmodellen, Fragmenten und viel Mathematik konnte ein Teil der Pläne rekonstruiert werden und ab 1950 wurde der Bau von drei spanischen Architekten weitergeführt. Seit dem ist die Kirche in Vollendung begriffen. Experten liegen zwischen einer Restbauzeit zwischen 30 und 80 Jahren.

Wenn man nach Barcelona reist, sollte man sich dieses Bauwerk definitiv nicht entgehen lassen. Die Kirche ist eine äußerst beliebte Touristenattraktion, ebenso wie verschiedene andere Gaudí-Gebäude in der Stadt und ein Park. Wenn Sie planen diese zu besichtigen sollten Sie sich möglichst eines raussuchen und hier möglichst früh vor Ort sein. Die Einnahmen der Tickets bei der Sagrada Familia fließen übrigens direkt in den Bau. Fehlt eigentlich nur noch ein Flugticket, Urlaub und die richtige Unterkunft in Barcelona, der Perle von Katalonien.


Highlights in Andalusien: Die Alhambra in Granada

Abgelegt unter: Spanien - Veröffentlicht um 14:30 am 21. Oktober 2010

Betrachtungen und Bemerkungen zum Traumschloss der maurischen Könige – ein etwas unorthodoxer Alhambra-Ratgeber

alhambra01-panoramaIm 14. Jahrhundert schwärmte der arabische Dichter Ibn Zamrak: „Granada ist eine wunderschöne Braut im Hochzeitsgewande, die sich dem Berge vermählt, und die Alhambra ist der Rubin in ihrer Krone.“ Später waren es Pérez de Hita, Chateaubriand, Washington Irving und Theophile Gautier, die dem Zauber des Märchenschlosses verfielen, Sagen und Legenden sammelten, und in bunten Schilderungen vom Leben und Untergang des maurischen Granada berichteten.

Als kulturelle Pflichtübung ist die Alhambra in Granada längst fester Bestandteil im Programm einer jeden Rundreise durch Andalusien geworden. Die „Rote Burg“ am Fuss der Sierra Nevada zählt zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten nicht nur in Spanien, sondern in ganz Europa, und ist für viele das bekannteste islamische Bauwerk schlechthin. Paradoxerweise entstand das Traumschloss der Nasriden aber erst zu einer Zeit, in der mit dem Islam in Spanien nicht mehr allzu viel los war.

alhambra02-cuarto-doradoHistorisch belegte Tatsache ist, dass sich Granada, nach dem Fall von Córdoba und Sevilla, lediglich deswegen noch weitere 250 Jahre halten konnte, weil seine Fürsten sich in ihre politisch wie militärisch aussichtslose Lage ergaben und nur mit diplomatischem Geschick sowie hohen Tributzahlungen an die Katholischen Könige verhindern konnten, dass die Kastilier auch ihr kleines Reich eroberten.

Die Reconquista hatte im Jahr 1212 bei Las Navas de Tolosa in der Provinz Jaén den entscheidenden Sieg über die Krieger des Halbmondes errungen, in jener blutigen Schlacht, in der angeblich „… die Mauren so viele Tote hatten, dass man vor lauter Leichen nicht vorwärts konnte“. Wenig später fiel Córdoba (1236), dann Sevilla (1248) in die Hände der Katholischen Könige. Übrig blieb das relativ kleine Königreich Granada, das sich von Gibraltar im Südwesten über Málaga und Almeria bis in das unwegsame Bergland von Jaén erstreckte. Aussenpolitisch ohne jeden Einfluss, stellte Granada nurmehr ein letztes islamisches Bollwerk im sonst christlichen Spanien dar. War Córdoba einst die Hochblüte des morgenländischen Reiches in Andalusien, dann ist Granada eher als ein maurischer Schwanengesang zu verstehen, als ein letztes verzweifeltes Aufbäumen vor dem endgültigen Untergang.

alhambra03-baederWirtschaftlich und kulturell dagegen erlangte Granada selbst noch in dieser Zeit grosse Bedeutung, denn in materieller Hinsicht bestand kein Mangel. Dass auch im einfachen Volk niemand Hunger leiden musste, dafür sorgte eine gut funktionierende Landwirtschaft, und über die Mittelmeerhäfen, vor allem Málaga, fand ein lebhafter Handel statt, der Granada mit allen möglichen Konsumgütern und jedem nur denkbaren Luxus eindeckte. Das letzte Jahrhundert seines Bestehens schliesslich verdankte das maurische Granada der banalen Tatsache, dass die Reconquista schlicht und einfach pleite war. Die so gennante Rückeroberung hatte nicht nur die letzten Reserven der christlichen Staatskasse aufgezehrt, auch das unter den Arabern einst so florierende Agrarsystem war hoffnungslos zusammengebrochen. Das vereinte Königreich Kastilien- Aragon fiel von einer Hungersnot in die andere – und so nahm man lieber die regelmässigen Abgaben in Form von Geld und Naturalien entgegen, als kostspielige Feldzüge auszurichten, um einen Gegner zu bekämpfen, von dem keinerlei Gefahr mehr ausging.

Das einst mächtige Al-Andaluz schrumpfte unaufhaltsam immer mehr zusammen und Granada wurde zum letzten Zufluchtsort für Mohammedaner und Juden aus ganz Spanien. Auch auf zahlreiche Christen, die im Maurenreich zu Wohlstand und Ansehen gelangt waren, und die an der bunten, quirligen orientalischen Lebensweise Gefallen gefunden hatten, übte die Stadt am Rio Genil eine grössere Anziehungskraft aus als das starre, steife und völlig intolerante katholische Spanien. Und so fand die fruchtbare Mischkultur aus verschiedenen Religionen und Weltanschauungen, die sich in der Kalifenstadt Córdoba bestens bewährt hatte, hier ihre Fortsetzung.

alhambra04-doshernanasDoch dass es nicht ewig so weitergehen konnte, war abzusehen. Sowohl der Kirche als auch dem Königspaar Ferdinand und Isabella war der vielvölkische Sündenpfuhl Granada schon lange ein Dorn im Auge, und so begann der zehnjährige Granadische Krieg mit dem Ziel, dem islamischen Spuk ein- für allemal ein Ende zu bereiten und auch den letzten Überrest des Maurenreiches von der spanischen Landkarte zu tilgen. Im Jahr 1492 war es dann soweit: Boabdil, der letzte aus dem Geschlecht der Nasriden, übergab die Stadt schweren Herzens dem Feind, nachdem er in zähen Verhandlungen erreicht hatte, dass seinen Untertanen unnötige Repressalien und seinem geliebten Märchenschloss die Zerstörung erspart bleiben würden. Die Alhambra blieb der Nachwelt erhalten, weil sie den neuen Herrschern, so wie sie war, gefiel.

In den nun folgenden Jahrhunderten wurde der Palast zunächst immer wieder von Würdenträgern und Aristokraten bewohnt, auch die Königsfamilie zeigte gelegentlich Interesse am luxuriösen Leben in der verschwenderischen Pracht der maurischen Gemächer, und so erfuhr das alte Märchenschloss, zuletzt anlässlich der Flitterwochen Philip’s V. zu Beginn des 18. Jahrhunderts, verschiedene Umbauten, die glücklicherweise aber die Grundsubstanz dieses herrlichen Bauwerkes nicht wesentlich verändert haben.

Danach geriet das alte Gemäuer, wie so vieles in Spanien, in relative Vergessenheit und wurde immer mehr von Zigeunern, Obdachlosen, Bettlern und zeitweise sogar recht zwielichtigem Gesindel bevölkert, die alles davonschleppten, was nicht niet- und nagelfest war. Wiederentdeckt wurde der Nasridenpalast erst Anfang des 19. Jahrhunderts durch die oben erwähnten ausländischen Romantiker, also streng genommen durch den Tourismus (ebenfalls wie so vieles in Spanien) – allen voran durch den Amerikaner Washington Irving, der sich längere Zeit, quasi als erster Tourist mit Vollpension, in der Alhambra einmietete und die zauberhafte Atmosphäre des Traumschlosses so beschreib:

„Der eigentliche Reiz dieses alten, versonnenen Palastes liegt in seiner Macht, verschwommene Träume und Bilder der Vergangenheit in uns wachzurufen, und auf diese Weise die nüchterne Wirklichkeit mit den Illusionen der Erinnerung und Imagination zu umhüllen.“

alhambra05-generalifeUnd tatsächlich – hier kann man sie sich vorstellen, die Märchen, Sagen und Anekdoten, die Irving in seinen Erzählungen von der Alhambra festgehalten hat. Bilder scheinen lebendig zu werden, man sieht sie beinahe greifbar vor sich: Den Herrscher und sein Gefolge, edle Gäste, Tänzerinnen, Märchenerzähler und Lautenspieler, vornehme Damen und maurische Prinzessinen, in kostbare Gewänder gehüllt, auf Balkonen und in Fensternischen sitzend, in kunstvolle Handarbeit oder das Lesen von Gedichten vertieft. Aber auch geheimnisvolles Tuscheln, Verschwörungen und Haremsintrigen, oder gar den blutigen Verrat an den Abencerragen, einer mit den Nasriden konkurrierenden Adelsfamilie, die König Abul Hassan aus Angst vor einem Umsturz heimtückisch ermorden liess, und deren abgeschlagene Häupter der Überlieferung nach gleich dutzendweise in das flache Becken des Saales, der seither deren Namen trägt, geworfen wurden, wo sie „… die Wasser des Löwenhofes dunkelrot färbten“.

Von all diesen Stimmungen und Traumbildern allerdings bekommt der normale Tourist bei einer der üblichen Pauschalreisen, Städtereisen oder Führungen durch die Alhambra nicht viel mit. Wenn Sie romantisch veranlagt und nicht unbedingt in Eile sind, sollten Sie sich etwas Zeit nehmen für dieses faszinierende Bauwerk und von der Möglichkeit einer nächtlichen Besichtigung des Palastbereiches Gebrauch machen. Den Rest dieser riesigen Anlage können Sie sich, vorher oder nachher, in aller Ruhe tagsüber zu Gemüte führen, denn die zeitliche Beschränkung gilt nur für den eigentlichen Königspalast. Das übrige Gelände, inklusive der Gartenanlagen des Generalife, dürfen Sie durchwandern und durchstreifen, wann immer und solange Sie Lust dazu haben.

Auf eine ausführliche Beschreibung der Alhambra verzichte ich hier ganz bewusst, denn davon gibt es schon mehr als genug – gute wie auch schlechte, und die können Sie ausserdem in jedem besseren Reiseführer nachlesen. Für eingehendere Studien und Vorab-Information empfehle ich Ihnen stattdessen dringend drei unbedingt lesenswerte Bücher, die Ihnen alles, was die Alhambra betrifft, unter den verschiedensten Aspekten schon im Vorfeld näher bringen:

Erzählungen von der Alhambra
– Washington Irving (Sanchez / Granada 1988)
- ein absolutes MUSS für alle, die den Zauber und die geheimnisvolle Atmosphäre der Alhambra wirklich erfassen wollen. Irvings 1832 im amerikanischen Original veröffentlichte Erzählungen erschienen kurioserweise auf Deutsch erstmals bei dem o.g. spanischen Verlag. Möglicherweise hat inzwischen ein deutscher Verleger nachgezogen. Fragen Sie Ihren Buchhändler oder googlen Sie im Internet.

Die Alhambra
– Oleg Grabar (DuMont / Köln 1981)
- das Standard-Werk eines Harvard-Professors für Archäologie mit Background-Infos zu Geschichte, Entstehung, Architektur und Bedeutung des Alhambra-Komplexes. Wissenschaftlich fundiert, aber verständlich auch für Normalsterbliche.

Halbmond über Granada – Hermann Schreiber (Lübbe / Berg.-Gladbach 1980)
- die ausführliche Geschichte der fast 800-jährigen Maurenherrschaft in Spanien. Eigentlich ein hervorragend recherchiertes modernes Geschichtsbuch, aber so interessant und packend geschrieben, dass es sich liest wie ein Roman.

Wenn Sie diese Bücher gelesen haben, können Sie die Vorfreude auf die geplante Reise nach Granada so richtig geniessen – und wissen vermutlich mehr über die Stadt und ihre berühmte Rote Burg als jeder Fremdenführer, der in der Regel sowieso nur die offiziell gültigen, ewig gleichen und x-mal vorgekauten Standard-Halbwahrheiten herunterleiert, die teilweise aus Zeiten stammen, als die katholische Kirche noch krampfhaft bemüht war, das - eigentlich unleugbare - maurische Erbe Spaniens als peinlichen Schandfleck unter den muffigen Teppich ihrer einseitigen Geschichtsschreibung zu kehren.

20.10.2010 Rolf Möhring, Andalusien-Kenner und webmaster www.promolasvillas.de


Von überall nach Santiago de Compostela

Abgelegt unter: Spanien - Veröffentlicht um 14:22 am 7. Mai 2009

JakobswegEs führen nicht nur sprichwörtlich alle Wege nach Rom, sondern tatsächlich beginnt der Jakobsweg immer dort, wo sich der Pilgerwillige gerade befindet. Der Jakobsweg hat einen definierten Endpunkt, jedoch unzählige Anfänge: In Italien, Österreich und der Schweiz, Deutschland, Tschechien und den Benelux-Staaten, sowie in England, Frankreich, Portugal und natürlich in Spanien selbst starten Wege, die alle nur ein Ziel haben: Santiago de Compostela. Die dazwischen liegenden, jeweiligen Routen und Sehenswürdigkeiten könnten abwechslungsreicher und zauberhafter kaum sein. Der klassischste Weg innerhalb Spaniens ist der Camino Francés. Er beginnt innerhalb Spaniens in den beiden nordöstlich gelegenen größeren Städtchen Jaca (Somport-Aragón) und Roncesvalles-Navarra (Saint Jean Pied de Port), weiter nach Pamplona, führt beide Wege nach Puenta la Reina, dann über Logroño und Burgos, León, Astorga und Ponferrada bis nach Santiago de Compostela. Allein auf dieser ca. 800 Kilometer langen Strecke findet der Pilgerer zahlreiche atemberaubende Sehenswürdigkeiten und Landschaften. Eine Erkundigung, wie weit die einzelnen Etappen sind und mit welchen Höhenmetern oder sonstigen Anstrengungen zu rechnen ist, sowie eine realistische Einschätzung, was man selbst tatsächlich zu leisten imstande ist, sollte unbedingt vorab erfolgen.

Zu Beginn einer geplanten Pilgerreise sollten ein paar Dinge beachtet werden: Die zu bewältigenden Steigungen sind nicht immer mit einem bequemen Spazier- oder Wanderweg vergleichbar. Mitunter sind einige Höhenmeter zu überwinden. Über eine entsprechende Kondition, Erfahrung und Ausrüstung sollte der Pilgerer also durchaus verfügen. Je nach Jahreszeit sollte neben dem benötigten Proviant unbedingt ein ausreichender Vorrat an Wasser mitgeführt werden. Auch an Sonnen-, Wind- und Regenschutz sollte unbedingt gedacht werden. Schmerzende Füße und Beine werden möglicherweise immer mal wieder dazu verlocken, Teilstrecken mit einem Bus zurücklegen zu wollen. Auf jeden Fall sollten ein paar Medikamente und Verbandszeug im Reisegepäck vorhanden sein. Wer die Pilgerreise nicht einfach nur aus einem Grundbedürfnis heraus für sich selbst machen, sondern die bezwungene Strecke anschließend wem auch immer nachweisen möchte, kann eine Registrierung an einer der offiziellen Stationen des Jakobswegs vornehmen lassen. Hierzu erhält der Pilgerer eine Jakobsmuschel ausgehändigt, die während der Reise als eine Art Erkennungszeichen dient. Außerdem erhält er seinen Pilger-Pass, den „Credencial de peregrino“, in dem alle Etappen-Ziele eingetragen und abgestempelt werden können. Entsprechende Stempel hat jede Kirche, Herberge und Bar. Dieser Pass wird ebenfalls benötigt, um in den Pilger-Herbergen ein Bett zu bekommen. Der Pilgerpass kann auch vorab bei diversen Jakobs-Gesellschaften in Deutschland gegen eine Spende angefordert werden. Ebenso ist er in den Herbergen von Roncesvalles, Saint Jean Pied de Port, Pamplona, Burgos und León erhältlich.

JakobswegNach erfolgreicher Absolvierung des Jakobswegs erhält der Pilgerer in Santiago de Compostela seine Pilger-Urkunde, die auf lateinisch verfasste „La Compostela“. Diese wird im Pilger-Büro des Domkapitels in der Kathedrale von Santiago de Compostela ausgestellt. Der Pilgerer erhält sie jedoch nur, wenn er nachweisen kann, dass er die letzten 100 Kilometer zu Fuß zurückgelegt hat. Hilfsweise darf er auch die letzten 200 Kilometer auf einem Pferd oder Fahrrad bewältigt haben. Wer es bis zu diesem Punkt geschafft hat, ist durch die Pyrenäen gepilgert, hat Wüsten, Einöden und üppigste Vegetation bereist, kam durch das berühmte spanische Weingebiet Rioja sowie unzählige urige Dörfer und beschauliche Städte. Er passierte das „Cruz de Ferro“ bzw. „Cruz de Hierro“; ein Eisenkreuz, das auf einem ca. fünf Meter hohen Holzmast befestigt ist. Das „Cruz de Ferro“ befindet sich in den Montes de León, an dem höchsten Punkt des Jakobswegs in Spanien, am Monte Irago. Um den Mast herum liegen Tausende von Steinen. Der gläubige Pilger nimmt von Zuhause einen Stein mit, den er hier als Symbol für das Ablegen von Schuld und Sünde am Kreuz niederlegt. Hierbei handelt es sich zwar nicht um einen ursprünglich christlichen Brauch, die Menge der Steine spricht jedoch auf ihre Weise Bände.

Die Übernachtung in einer Pilger-Herberge kostet circa 5,00 Euro. Allerdings sind die Herbergen meist schnell ausgebucht, so dass auf private Herbergen oder Hotels ausgewichen werden muss. Die angebotenen Pilgermenüs sind etwas teurer als die Übernachtung selbst. Je höher die jeweiligen Tagestemperaturen sind, desto mehr Wasser wird für den Verzehr benötigt. Dieses muss dem entsprechend, neben dem benötigten Gepäck mitgeschleppt werden. Es bietet sich also an, sich für eine Jahreszeit zu entscheiden, die nicht allzu hohe Temperaturen bietet. April und Mai sind somit, auch aufgrund ihrer geringen Regenwahrscheinlichkeit, die angenehmsten Monate. Wer den Jakobsweg, oder zumindest einen nennenswerten Teil davon, begangen hat, sammelte auf dieser Reise zahlreiche unvergleichliche Eindrücke und lernte seine eigenen Grenzen sehr genau kennen. Er hat spätestens auf dieser Reise unter einfachsten Bedingungen gelernt, wie bereichernd Verzicht sein kann und was Miteinander wirklich bedeutet. Und er traf unzählige Menschen: Als Gastgeber, Wegbegleiter und vielleicht sogar ein paar Freunde fürs Leben.

Fotos: Jakob Jeske - Torsten Balzer - Fotolia.com


Seite bookmarken: