Der Nationalpark Krka erstreckt sich in der Region Dalmatien im südlichen Kroatien über eine Fläche von über 100 Quadratkilometer. Jedes Jahr zieht es hunderttausende Besucher aus aller Welt in dieses einzigeartige Naturreservat, das neben seiner vielfältigen Flora und Fauna vor allem für die imposanten Wasserfälle der Krka berühmt ist.
Der Flussverlauf der Krka führt über rund zwei Kilometer durch den Nationalpark Krka, bevor der Strom nahe der kroatischen Sibenik in die Adria mündet. Allein sieben der acht großen Wasserfälle der Krka befinden sich im Nationalpark. Hiervon sind die Manojlovaski Slapovi-Wasserfälle mit insgesamt knapp 60 Metern die höchsten. Allein deren Hauptwasserfall bietet mit über 30 Metern ein beeindruckendes Schauspiel der Naturgewalten.
Beschaulicher geht es hingegen in der Region um den Wasserfall Skradinski Buk zu. Der Fluss bahnt sich hier über eine Länge von 800 Metern und über eine Breite von bis zu 400 Metern seinen Weg 45 Meter in die Tiefe hinab. Das Areal um den weitläufigen Wasserfall ist gut erschlossen, sodass Besucher den Flussverlauf aus direkter Nähe am Ufer zu Fuß verfolgen können.
Eine besondere Attraktion ist die Insel Visovac, die Besucher mit den Booten des Nationalparks erreichen können. Auf der pittoresken Insel befindet sich das Kloster Visovac, das im 15. Jahrhundert von Franziskanern gegründet wurde und ein Museum mit Sakralkunst sowie bibliophilen Schätzen der Antike, wie etwa einen Erstdruck der Aesop-Fabeln, beherbergt. Mit dem im Jahr 1345 errichteten serbisch-orthodoxen Kloster Krka befindet sich ein weiterer Ort der Stille im Nationalpark. Das Kloster dient heute als Priesterseminar und steht Besuchern zur Besichtigung offen.
Der Nationalpark Krka zählt nicht zuletzt wegen seiner einzigartigen Fauna zu den bedeutendsten Naturschutzgebieten Europas, denn in seinen Wäldern, Sümpfen und Schilfrohrgebieten sind über 200 Tierarten heimisch, hierunter Amphibien, Reptilien und 18 Fledermausarten, die im restlichen Europa vom Aussterben bedroht sind. Von den knapp zwanzig Fischarten im Nationalpark ist die Hälfte endemisch, das heißt weltweit einzigartig. Aufgrund seiner geographischen Lage ist der Nationalpark ein bedeutendes Vogelzuggebiet, sodass er zu den ornithologisch interessantesten Regionen Europas zählt. Im Nationalpark sind auch zahlreiche fleischfressende Vögel, wie etwa der Wanderfalke oder der Schlangenadler, beheimatet.
Mehr als 860 Pflanzenarten und -unterarten wurden bisher im Nationalpark entdeckt. Die Flora profitiert hierbei in ihrer Vielfalt von der Kombination aus warmen, trockenen Gebieten mit feuchten und schattigen Orten, die auf das kontinental-mediterrane Klima zurückzuführen sind.
Im nördlichen Teil des Nationalparks befinden sich nahe des Wasserfalls Miljacka die Ruinen der Festung Necven, die einst zu den bedeutendsten Burgen an der Krka zählte. Die Burg fiel im 16. Jahrhundert in türkische Hand. Unter der türkischen Herrschaft stieg die Siedlung um die Burg Necven zum Regierungs- und Verwaltungssitz auf. Das Gebiet um die Festung war noch bis in das 18. Jahrhundert hinein besiedelt.
Am Wasserfall Roski wird Besuchern im ethnographischen Museum die traditionelle Art des Wäschewaschens in den alten Wassermühlen an der Krka dokumentiert. Viele Besucher des Nationalparks nutzen die Gelegenheit auch, das Naturschutzgebiet nicht nur über Wanderpfade, sondern auch per Boot zu erkunden. Von Skradin aus gelangen Besucher über die Wasserroute zu einem der Eingänge des Nationalparks. Von hier aus führt eine kurze Wegstrecke zum Wasserfall Skradinski Buk hinauf, wo sich im Sommer auch eine herrliche Badegelegenheit für Urlauber bietet. Großer Beliebtheit erfreuen sich auch Bootstouren über den See Visovacko Jezero, die nicht nur zum Kloster Visovac, sondern auch durch unberührtes Schilfgebiet führt.