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Naturwunder in Italien

Abgelegt unter: Italien - Veröffentlicht um 03:24 am 4. September 2009

VesuvJedem, der während seiner Schulzeit mit den Dichtern der Antike konfrontiert wurde, dürfte der Vesuv (Monte Vesuvio) bekannt sein. Schließlich war es kein Geringerer als Plinius der Jüngere, später Senator in Rom, der den Ausbruch des Vulkans im Jahre 79 nach Christus eindrucksvoll beschreibt. Ein Großausbruch, weit mehr als ein kleiner Ascheregen, der die Städte Pompeji, Herculaneum und Stabiä dem Erdboden gleich machte. Plinius der Ältere, Präfekt und Befehlshaber der Flotte von Misenum, fand dabei - wie viele seiner Soldaten - den Tod. Vor allem jedoch traf der Ausbruch des Vulkans die Bevölkerung völlig unvorbereitet. So genannte pyroklastische Ströme, glühend-heiße Aschewolken, die giftige Gase wie auch Feststoffe mit sich führten und sich rasend schnell ausbreiteten, kosteten binnen Sekunden Unzähligen das Leben. Allein in Pompeji bargen die Forscher viele Leichen, die der Tod völlig unvorbereitet bei ihrer Alltagsarbeit überrascht hatte und die dann vom Staub- und Ascheregen bedeckt wurden. Auch beim letzten Ausbruch des “schlafenden Ungetüms” im Jahre 1944 musste man wieder - neben Lavafontainen -, jene pyroklastischen Ströme beobachten, und trotz modernen Krisenmanagements fanden über 20 Menschen den Tod.
Eine weitere Parallele zum Großausbruch der Antike: Wieder traf es das Militär - diesmal die US Air Force, die viele an sich dringend benötigte Maschinen einbüßte. Bis heute ist daher der Vesuv einer der bekanntesten Vulkane der Welt, der einzige aktive auf dem europäischen Festland.
Der heutige Kegel des Vulkans “ruht” auf Resten des antiken Feuerberges und ist, bis an seine Flanken, dicht besiedelt. Unter anderem liegt die Millionen-Metropole Neapel nur einen “Steinwurf” (wenige Kilometer) entfernt. Trotz moderner Frühwarnsysteme könnten daher, so die Sorge, alle Fluchtpläne zu spät kommen…
Tatsächlich bedeutet der Vulkan, der sich knapp 1300 Meter über das Meer erhebt, Segen und Fluch zugleich. Da sich der vulkanische Untergrund als äußerst fruchtbar erweist, sind drei Ernten im Jahr die Regel.
Durch Weinreben, die an den Hängen prächtig gedeihen, stiegt der Wanderer nach oben. Wer die nstrengung scheut, kann auch mit dem Auto bis auf etwa 1000 Meter hinauf fahren. Einer der bekanntesten deutschen Touristen war sicher Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe, der anlässlich seiner Italienreise die Ausgrabungsstätten besuchte. Heute findet man im Umfeld des Vesuvs neben Obstplantagen und Weinbergen auch artenreiche Mischwälder mit Ahorn. Eichen, Erlen und Kastanien. Ein gut ausgebautes Netz aus Wanderwegen erschließt die Region. Zudem stellen Parkverwaltung und Gemeinden ein reichhaltiges kulturelles Angebot (Handwerk, Kunst etc.) zur Verfügung.

Viele halten ihn für den einzigen und wahren “Herrscher” Siziliens - den Ätna, der sich gut 3300 Meter über die Insel erhebt. Ein “Gigant” unter den Vulkanen dieser Erde und einer der aktivsten in Europa. Bereits an den Flanken des Berges finden sich so genannte Parasitärvulkane, kleinere Vulkankegel, die bei den Ausbrüchen des Hauptvulkans entstehen. Die ersten beginnen ab einem Höhenbereich von etwa 700 Metern. Tatsächlich scheinen auf größere Längen aufreißende Eruptionsspalten für den Ätna geradezu typisch, denn bereits die antiken Ausbrüche werden nach diesem “Muster” beschrieben:
Schon rund 1500 Jahre vor Christus erlitt die Region eine riesige Eruption, die eine gewaltige Völkerwanderung auf der Insel auslöste. Dramatischer war vermutlich jedoch ein Ereignis 44 vor Christus. Aschewolken verdunkelten seinerzeit noch auf dem Festland den Himmel und führten im gesamten Mittelmeerraum zu Mißernten. Auch in der Neuzeit musste die Region fast in jedem Jahrhundert - oft begleitet von kleinen Erdbeben -, einen oder gar mehrere Ausbrüche erleben! Dennoch besuchen alljährlich unzählige Touristen das Umland des Ätna, da sie von den Zeugnissen der Antike, dem Wetter wie auch dem südländischen Flair angelockt werden. Wie beim Vesuv, sind auch die Hänge und Ebenen rings um den Ätna dicht besiedelt und ein begehrtes Kulturland, das für den Wein- und Olivenanbau genutzt wird. Auch Orangen- und Zitronenbäume gehören zur landwirtschaftlich genutzten Vegetationszone, die - ab etwa 2000 Metern Höhe -, dem Bergwald weicht, wo Birken, Kiefern und Kastanien vorherrschen. Dort, wo der Bergwald lichter wird, findet man auch den goldblühenden Ätnaginster. Da es sich beim Ätna um ein echtes Hochgebirgsmassiv handelt, muss - ab 2500 Metern - jedoch auch der Wald weichen und wird von Wacholdersträuchern, Gräsern und Moosen verdrängt. Der Gipfelbereich bleibt gar das ganze Jahr über schnee-bedeckt! Heute ist ein großes Gebiet rund um den Ätna Nationalpark. Eine gut ausgebaute Straße führt zur Station Rifugio Sapienza, die von vielen als “Basislager” genutzt wird. Eine von hier weiter führende Seilbahn fiel jedoch dem Ausbruch aus dem Jahre 2002 zum Opfer. Seit 2004 ist eine neue Bahn in Betrieb, die bis auf 2500 Meter Höhe führt. Touren mit Geländewagen und allrad-getriebenen Bussen gehen jedoch auch bis zur vulkanologischen Station auf 2800 Höhenmeter.

Mont BlancDer Mont Blanc, der “weiße Berg”, ist ein weiterer Superlativ, den Italien seinen Urlaubern zu bieten hat: 4808 Meter hoch, gilt er als höchste Erhebung der Alpen. Wobei man freilich einräumen muss, dass sowohl Frankreich wie auch Italien Anteil an diesem Gebiet haben. Schließlich liegt die Mont Blanc-Gruppe im Grenzgebiet. Wobei vor allem der Gipfel selbst heiß begehrt ist. Den beansprucht derzeit Frankreich und gilt - samt Bergwacht und Verwaltung -, als offizieller Ansprechpartner für Touristen, wohingegen Italien einen Grenzverlauf just über den Gipfel reklamiert. Eine Unstimmigkeit, die für Wanderer und Bergfreunde letztendlich jedoch kaum Bedeutung hat. Denn die gesamte Mont-Blanc-Gruppe zwischen dem französischen Département Haute-Savoie, dem italienischen Aostatal und dem Schweizer Kanton Wallis ist touristisch hervorragend erschlossen und ein Eldorado für alle Naturfreunde. Dabei “glänzt” vor allem das Aostatal mit (s)einem milden Klima, das Weinanbau und zum Teil sogar Palmenwuchs zulässt. Der Wald erstreckt sich hier bis auf über 2000 Meter Höhe und weicht - fast zögerlich -, einem dichten Bewuchs mit Büschen, niederen Sträuchern und Matten. Eine Region, in der Steinböcke und auch der Bartgeier wieder zu Hause sind! Die Erstbesteigung des Gipfels datiert auf das Jahr 1786. Wobei heute niemand mehr die Mühen eines Jacques Balmat und Michel-Gabriel Paccard auf sich nehmen muss. Denn das Mont Blanc-Massiv ist von Frankreich her (über das Chamonix-Tal) wie auch auf italienischer Seite (hier gar durch eine Autobahn) gut erschlossen.
Viele Gipfel sind durch Seilbahnen und Zahnradbahnen zu erreichen. Zudem werden unter dem Schlagwort “Mont Blanc Express” mehrtägige Bahnreisen in die Region (Bereich Wallis) angeboten! Das Aostatal wurde übrigens bereits von den Kelten bewohnt und dann - 25 vor Christus -, durch die Römer erobert. Die Region ist mit etwas über 120000 Einwohnern eher dünn besiedelt und für ihre bodenständige, jedoch äußerst schmackhafte Küche wie auch ihre Weine berühmt.

Südlich des Mont Blanc und Monte Rosa erwartet Touristen ein weiterer Gigant: Gran Paradiso - mit 4.061 Metern der höchste Berg der Grajischen Alpen. Anteil an dieser Gebirgsgruppe haben zwei Länder, zum einen Italien mit den Regionen Piemont und dem lieblichen Aostatal, aber auch Frankreichs Region Rhône-Alpes. Angesichts der einmaligen hochalpinen Landschaft finden sich auf beiden Seiten der Grenze bekannte Nationalparks, nämlich der berühmte Gran Paradiso Nationalpark Italiens, dem der Nationalpark Vanoise unter französischer Verwaltung in nichts nachsteht. Tatsächlich arbeiten die Verwaltungen - im Sinne der Touristen und des Naturschutzes -, hier eng und vorbildlich zusammen.
Die Gebirgsregion besticht durch spitze Gipfel, steile Hänge und tiefe Täler, wobei die Höhenlagen von mächtigen Gletschern bedeckt sind. Über die Aosta-Fernstraße ist das Gebiet gut erschlossen.
Interessanterweise ist der Nationalpark der älteste Italiens und der zweitälteste der Alpen. Denn schon 1856 wurde hier eine ehemaliges Jagdreservat Schutzzone und Refugium des Steinbocks! Jeder, der gut zu Fuß ist, kann die Region heute auf einer der zahlreichen geführten Trekking-Touren erkunden. Meist wird Vollpension geboten. Die Übernachtung erfolgt dann in Doppelzimmern oder - in höheren Lagen -, auch auf einfachen Matratzenlagern. Warmes Essen wird meist erst am Abend in den Hütten gereicht; zu Mittag “wartet” ein Picknick vor der gewaltigen Gebirgskulisse. Die Erstbesteigung des Gipfels selbst erfolgte bereits 1860 und gilt heute - bis auf die letzten 60 Meter -, als vergleichsweise einfach. Daher ist die “Hauptachse” ab Rifugio Vittorio Emanuele an manchem Tagen regelrecht überlaufen. Zudem verleitet, zum Leidwesen der Bergwacht, der scheinbar geringe Schwierigkeitsgrad immer wieder dazu, unüberlegt und mit mangelhafter Ausrüstung zu starten. Im Film Gran Paradiso bezwingt der dreiundzwanzigjährige, behinderte Mark - verkörpert von Ken Duken -, den Gipfel allen Schwierigkeiten zum Trotz. Eine Melodram vor der Kulisse der Alpen, das Gesellschaftskritik, Unterhaltung wie auch Naturfilm in sich vereint.

Nördlich von Sizilien finden wir eine Inselgruppe vulkanischen Ursprungs. Die Liparischen oder Äolischen Inseln wurden 1997 von der UNSECO zum Weltkulturerbe ernannt. Hier, im Tyrrhenischen Meer, erwartet die Urlauber ein typisches Mittelmeerklima. Bereits im Januar steigen die Temperaturen auf frühlingshafte Werte an. Wobei die Region jedoch - und das sowohl an den Küsten als auch in den Höhenlagen -, auch im Hochsommer von extremen Temperaturen verschont bleibt. Selbst im Juni oder Juli steigt das Thermometer selten über 28 Grad, und wem das zu heiß erscheint, der findet Abkühlung in den Fluten, die selten über 20 Grad warm sind. Das größte Eiland der Gruppe ist die Insel Lipari, die etwas über 37 Quadratkilometer groß ist. Nach Salina (knapp 27 Quadratkilometer) folgen Vulcano, Stromboli, Filicudi und Alicudi. Die kleinste Insel mit nur 3,4 Quadratkilometern ist Panarea; die höchste Erhebung (962 Meter) - den Monte Fossa delle Felci -, findet man auf Salina!
Fähren verkehren mehrmals wöchentlich ab Neapel. Tragflächenboote - zumindest während der Saison -, zum Teil sogar täglich oder mehrmals am Tag. Wobei viele vermutlich ohnehin auf ihrem eigenen Boot unterwegs sind. Denn die Region ist bei Seglern beliebt. Die Auswahl an Agenturen wie auch Privatleuten, die sich auf mediterrane Segeltörns spezialisiert haben und die Region anlaufen, ist riesig. Doch auch Naturfreunde und Fotografen kommen auf der Insel voll auf ihre Kosten: Zahlreiche Vögel wie auch Meerestiere laden zum Schauen, Entdecken und Staunen ein! Gut ausgebaute Wanderwege erschließen das Innere der Inseln, das von Ginster und wild wuchernden Erikagewächsen bedeckt ist. Dazwischen stehen Mandel- und Olivenbäume.
Aufgrund ihres vulkanischen Ursprungs wird die Inselgruppe zudem für den Weinbau genutzt. Bis auf die Hauptinsel ist der Autoverkehr deutlich eingeschränkt, so dass die Ruhe und Erholung an den schönen Stränden durch nichts getrübt wird! Vor allem auf den kleineren Inseln scheit die Zeit zum Teil stehen geblieben: Angesichts der Insulaner, die mit ihren Eselkarren unterwegs sind, fühlt sich der Urlauber mit einem Schlag etliche Jahrzehnte zurück versetzt. Auf Vulcano und Stromboli brodeln noch heute aktive Vulkane.

Phoenixpix - rcaucino - Fotolia.com


Karneval in Venedig

Abgelegt unter: Italien - Veröffentlicht um 02:51 am 27. April 2009

Tolle Fotos zu Karneval in Venedig. Muss man gesehen haben…;-)


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